Wenn frau alles selber machen will – unerwartete Schwierigkeiten einer Erotik-Autorin

Ich habe mir, noch bevor das erste Kapitel geschrieben war, ein Cover für den ersten Fenia-Roman gebastelt. Im Großen und Ganzen mag ich es eigentlich sehr gerne, nur die Typografie sieht irgendwie billig aus, trotz extra heruntergeladener Schrift und allem.

Man sieht PhotoImpact eben doch an, dass es von 2008 ist und einige Grafikoptionen entsprechend … nun, nennen wir es mal „retro“ … sind. Aber hey. Es ist das erste selbstgemachte Cover, das ich für kommerzielle Zwecke nutzen wollte und es hat mich unglaublich viel Arbeit gekostet, es zu erstellen. Ich war zwar nicht mit allem zufrieden, aber es war für das, was ich schaffen kann, mit meinen Fähigkeiten, das Bestmögliche.

Jetzt, da ich ohnehin ein neues basteln werde, kann ich es euch ja zeigen.

Schrift:
– Berkshire Swash, heruntergeladen bei Font Squirrel, mit einer Lizenz, die auch kommerzielle Veränderungen erlaubt
– Arial, lizensiert über Windows (https://docs.microsoft.com/de-de/typography/fonts/font-faq )

Foto:
Photo by Taylor Harding on Unsplash
Schal ausgeschnitten aus einem anderen Foto – Christopher Campbell on Unsplash
Halskette Fernando José auf Pixabay
Gefrorene Blase rihaji auf Pixabay

Es hat Stunden gedauert, das Ganze so zusammenzustellen. Das Covermodell hatte ein Tattoo und ich habe erst kürzlich gelesen, dass es sein kann, dass zwar das Modell für ein Stockfoto freigegeben wurde, aber dies nicht zwingend auch eine Lizenz für das tätowierte Motiv beinhaltet. Also musste ich das irgendwie überdecken. Dafür habe ich den Schal hergenommen. Da trotzdem noch Teile zu sehen waren, habe ich teils radiert, teils retuschiert, teils sonstwas gemacht, bis man nichts mehr gesehen hat.

Das Cover sieht simpel aus, aber allein die Frauenfigur besteht aus bestimmt zehn bis zwölf Ebenen. Und ich habe sie ordentlich nachgebräunt, sie war recht blass um die Nase, als ich mit den Grafiken angefangen habe.

Wir können es nicht lassen, uns zu vergleichen

Ich war eigentlich zufrieden. Und dann habe ich die Cover einer erfolgreichen Autorin aus einem ähnlichen Genre gelesen, sie schreibt eher erotische Science-Fiction und soweit ich weiß, sind ihre Pairings heterosexuell. Aber ebenfalls mit kinky Elementen.

Und dann sah ich ihre Cover, sah auf meins … Nun, meins sieht eher aus nach einem Strandurlaub mit Bällebad. Nicht nach Erotik. Oder nach Fantasy. Oder nach „weiblich liebt weiblich“.

Also fange ich – sobald ich die Zeit finde – wieder von vorne an und in der Zwischenzeit schaue ich auf Unsplash und Co., ob es keine ansprechenden Fotos gibt, die ausdrücken, was meine Fenia alles „erdulden“ muss ;-).

Die Zeit, die ich in dieses Cover gesteckt habe, sehe ich allerdings nicht als verloren. Grafikbearbeitung ist etwas, das sich nur weiterentwickeln kann, wenn man kontinuierlich übt und ich habe ziemlich viel dabei gelernt. Also … Ende gut alles gut?

Was nun?

Schwierig.

Ich finde perfekte Bilder für ein Cover auf Pixabay, müsste aber, falls ich es verwenden will, zwingend die Person anschreiben, die es hochgeladen hat. Denn gerade in Bezug auf Modellfreigaben halte ich Pixabay nicht für die sicherste Plattform. Da ich introverierter bin, als es den Anschein hat, ist für mich die Hürde, jemanden anzuschreiben, weil ich vielleicht dessen Grafik verwenden will, recht hoch. Auf der anderen Seite ist Pixabay wirklich breit aufgestellt – ich habe dort Bilder mit Seilen gefunden. Ebenso Bilder von BI_POC-Frauen. Sogar ein fertiges Pärchen habe ich direkt auf Seite eins der Suchergebnisse gefunden.

Wenn ich allerdings bastle, bevor ich frage, kann es passieren, dass ich keine Antwort erhalte und stundenlanges Grafikfrickeln schon wieder für die Katz ist.

Für Bilder mit Menschen bevorzuge ich eigentlich Unsplash, nicht zuletzt, weil es mit der eigenen Lizenz mehr Sicherheit gibt und dezidiert eine Plattform für Fotograf*innen ist. Aber es gibt dort schlicht nicht die Bilder, die ich für meine Zwecke brauche. Sie sind entweder sehr künstlerisch und passen daher nicht zu meiner Geschichte (weil sie selbst eine erzählen), sind zu harmlos oder passen nicht in eine Fantasywelt, da moderne Kleidung / Accessoires das Bild so dominieren, dass ich mit meinen Skills nicht schaffe, es zu überdecken.

Eine weitere beliebte Plattform ist Pexels – dort finde ich allerdings weder sonderlich viele Fotos, noch halte ich die Plattform für sonderlich sicher. Einige Bilder werden von anderen Orten übernommen, da wird es mir auch zu haarig, die Urheber*innen herauszufinden und nachzufragen, ob eine Modellfreigabe besteht.

Weitere getestete Plattformen:

  • PikWizard – alle auch nur ansatzweise für meine Zwecke brauchbaren Fotos sind nur für Premium-Kund*innen verfügbar. Zwar dafür komplett risikofrei, aber für mich ungeeignet.
  • Life of Pix – hatte schlicht und ergreifend keine Treffer, egal was ich eingegeben habe.
  • Gratisography – auch da hatte ich genau 0 Treffer, die für mich verwertbar wären.
  • Splitshire – die Seite hätte eventuell ein-zwei nutzbare Bilder für mich. Nur hat sie leider keine Suchfunktion. Ich muss also jedes Foto „mit Menschen“ anschauen, um herauszufinden, ob ich was brauchen kann.
  • Burst – kein einziges passendes Foto gefunden.
  • Rawpixel – unter den kostenlosen Fotos nichts Brauchbares.
  • Libreshot – kein einziges NSFW-Bild.
  • PicJumbo – mit dem Stichwort „Nude“ bekomme ich zumindest neun ganz nette Bilder, die aber nicht für Fantasy geeignet sind

Weitere Plattformen habe ich nicht getestet, werde aber nun in mich gehen, was für Schlüsse ich ziehe. Am Sichersten ist es vermutlich, mir direkt DAZ 3D herunterzuladen und somit meine Figuren selbst zu gestalten, allerdings weiß ich nicht, ob mein Computer genug Power hat, um das Ganze zu verarbeiten.

Eine Frage der Software

Während ich diesen Beitrag schrieb, wurde ich siedend heiß daran erinnert, dass ich eigentlich noch „Clip Studio Paint Pro“ kaufen wollte, da das noch bis morgen im Sonderangebot ist.

Zumindest werde ich also meinen nächsten Versuch mit dem Cover nicht mehr mit einer Software durchführen, die von 2008 stammt und deren Effekten man das auch sehr deutlich ansieht. Mal sehen, ob ich dort einen ansprechenden Seilpinsel finde … 😉

Was auch immer das neue Cover sein wird – ihr seht es vermutlich zuerst.

Autor: June T. Michael

June Thalia lebt mit ihrer Partnerperson und leider ohne eigene Katze irgendwo in Österreich und macht beruflich was mit Texten. Und Bildern. Daher macht sie auch ihre Bücher und die Grafiken dazu alle selbst.

2 Kommentare zu „Wenn frau alles selber machen will – unerwartete Schwierigkeiten einer Erotik-Autorin“

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