Mein #NaNoWriMo2019 – oder: Vom Scheitern

Eigentlich brennt mir ein anderer Beitrag auf der Seele (nämlich einer zum Thema „der Reiz von PwP“), aber ich würde mich schlecht fühlen, den in die Welt zu lassen und gleichzeitig diesen hier nicht zu schreiben, der doch viel länger fällig ist.

Man sieht eine alte Coverversion meines Buches, den Titel ("Gefangen zwischen Feuer und Eis - Fenia 1") - auf dem Cover steht es umgedreht ... und meine Wortzahl: 18987 von 50.000
Wie ihr sehen könnt, seht ihr, dass das keine 50.000 Wörter sind. Es ist nicht einmal die Hälfte davon. Und es ist noch die alte Coverversion mit mehrfarbiger Titelschrift und ohne Feuer + Eis..

Ursachensuche fürs Scheitern

Denn man will ja eigentlich fürs nächste Mal lernen. Auf einige Sachen hatte ich Einfluss – auf andere eher weniger.

Das größte Problem war wohl, dass mich ungefähr in der dritten Woche, in der ich eigentlich aufholen wollte und sogar recht gut damit dabei war, ein Migräneschub fällte.

Migräne habe ich, seit ich ein kleines Kind bin – an erste Anfälle erinnere ich mich im Alter von zehn Jahren, also wirklich sehr jung. Allerdings ist die Anzahl wirklich schlimmer Anfälle, die mich ans Bett gefesselt haben, zum Glück recht klein. Meist bleibe ich zumindest rudimentär handlungsfähig, sofern ich einige Vorsichtsmaßnahmen ergreife (dazu gehört, an diesen Tagen besonders auf meinen Körper zu hören und entweder gar keinen Zucker zu mir zu nehmen – und somit sehr seltsam zusammengesetztes Zeug zu essen oder mich ausschließlich von Schokolade zu ernähren, weil nur das die Symptome lindert. Medikamente schlagen bei mir grundsätzlich nicht an, den Schritt lasse ich aus).

Jedenfalls steigt mit dem Anfall im November die Zahl meiner wirklich schlimmen Anfälle auf insgesamt drei. Ich verbrachte mehrere Tage am Stück im abgedunkelten Wohnzimmer und das einzige, was ich tun konnte, war ein bisschen surfen (mit den dunkelsten Handyeinstellungen) und fernsehen (bei Lautstärke zehn.) Erst nach mehreren Tagen konnte ich mich für zehn Minuten an den Computer setzen und steigerte das dann langsam wieder auf ein paar Stunden am Tag.

Damit war der NaNo definitiv gelaufen.

Irgendwas, was ich hätte beeinflussen können?

Nicht viel. Es gab sie, diese Momente, in denen ich dachte „Du bist einfach nur faul, hättest du dich nur zusammengerissen, dann …“ Aber meist waren das Tage, an denen ich auf dem Zahnfleisch ging und nicht wusste, wie ich meinen Tag überhaupt hinbekommen sollte. Wenn ich mir dann einen Tag lang Faulheit und Daddelei gönnte – so what?

In Kurzform: Gesundheitlich war 2019 eine einzige Misere und ich vermute inzwischen, dass davon große Teile psychosomatisch waren und ich dringend meinen Stress reduzieren muss. Mich beim Schreiben unter Druck zu setzen, ist also kein guter Weg für mich.

Mache ich nächstes Jahr trotzdem wieder mit?

Das entscheide ich nächstes Jahr 😉

Was wurde geschafft?

Das Buch ist ungefähr doppelt so lang wie vorher. Also ziemlich viel Plot und ziemlich viel Fantasyporn. Ich kam endlich zu der Stelle, an der – nachdem sie allen, die im Kinktober mitgelesen haben, längst bekannt ist – Alexis das erste Mal vorkommt und meine Güte, ist diese Frau großartig.

Ich kam zum wichtigsten Plottwist im ganzen Buch, auf den ich hingeschrieben habe, seit ich mir diese ganz bestimmte Trope für meinen Erstling ausgesucht habe.

Nun fehlt eigentlich nur noch das fulimante Finale. Mein Gehirn hat mir langsam aber sicher die Puzzlestücke geliefert, die ich brauche, um die Szenen auch wirklich schreiben zu können. Ein paar brauche ich noch und prokrastiniere so lange mit einer spontanen Kurzgeschichte.

Alles in allem: Ich habe die Challenge nicht gewonnen, aber ich bin mit meinem Roman sehr, sehr weit gekommen und das reicht mir persönlich erst einmal vollkommen aus.