Die weniger glamourösen Seiten des Autor_innenlebens

Ich frage mich manchmal, wie sich Leute das Schreiben erotischer Literatur vorstellen. Ob sie glauben, dass man dabei dauernd Pornos guckt und nur mit einer Hand tippt?

Bei mir läuft das eher … so:

Ich neulich darüber nach, wie man am besten jemanden auf dem Bett fesselt, ohne die verletzten Füße zu malträtieren, sodass sich keine Kuhlen bilden, die bei Wachsspielen zu Hitzestau und Verbrennungen führen. Madame liegt auf dem Bauch und es muss symmetrisch sein … *öffnet Paint*

Abbildung 1: Ich habe hier absichtlich nur den „Betthorizont“ eingezeichnet und die Gelenke mit Abzweigungen.
Abbildung 2: Dies ist eine dynamische Skizze, in der ich später noch mehr herumgekritzelt habe. Mit vielen Pfeilen und noch mehr tollen Paintbrushes. Also … Nun ja.

Es hat jedenfalls geholfen – ich konnte diese Szene fertig schreiben und zu ihrem Höhepunkt führen, ohne mich hoffnungslos zu verzetteln. Und hey, man lernt schon in der Grundschule im Matheunterricht, dass sich manche Probleme am besten zeichnerisch lösen lassen ❤

Torschlusspanik oder so ähnlich

Ich bin kurz vor dem Ende meiner Rohfassung. Und eigentlich, ja eigentlich, bin ich wunderbar vorbereitet.
Das Cover für das eBook ist fertig. Das Cover für die Printausgabe kann ich ohnehin erst machen, nachdem alles fertig und gesetzt ist, damit muss ich mich also erst einmal nicht hetzen – auch wenn ich recht genaue Vorstellungen davon habe, wie es aussehen soll. (Spoiler: Wenn ich es so hinbekomme, wie geplant, dann sehr hübsch!)

Gerade bin ich in einem sehr seltsamen Zwiespalt zwischen Motivation und Trägheit. Auf der einen Seite würde ich am liebsten nichts anderes machen (nicht möglich, unter anderem, weil ich mir letzens eine recht üble Infektion eingefangen habe und ruhen musste), auf der anderen Seite … Nun ja, wenn es zu Ende ist, ist es zu Ende und dann muss ich es veröffentlichen und irgendwie … Panik.

Panik auch, weil ich daran denken muss, dass ich ja sowas wie einen Klappentext schreiben muss. (Was schreibe ich da rein, sodass mein Buch von den richtigen Leuten gefunden wird? Denn ich kann ja schlecht das Gleiche wie auf Twitter schreiben. Also „wlw BDSM-Fantasyporn“. Es ist zwar genau das, was ich mache, aber es muss trotzdem anders formuliert werden.

Da werde ich einen Weg finden, es in Worte zu fassen, hoffe ich.

Preisgestaltung ist auch so eine Sache für sich. Die Umfrage zeigt, dass Leute durchaus bereit sind, mehr für das Buch auszugeben, auch wenn ich explizit angegeben habe, dass es sich um mein Debüt handelt und es kein allzu dickes Buch ist. Das macht mich glücklich. Und dass ich immer wieder rückgemeldet bekomme, dass es keine vergleichbaren Bücher im deutschsprachigen Raum gibt (und ich selbst bei wiederholten Recherchen keine finde), bestärkt mich durchaus.

Das Einzige, was für mich von Anfang an feststand, war die Veröffentlichungsform. Die eBooks und die Prints der Einzelbände werden Amazon-only sein und das eBook in Kindle Unlimited, Amazons Leihprogramm, verfügbar sein. Das ist eine bewusst getroffene Entscheidung – ich weiß recht gut über Distributoren bescheid, welche es gibt und was sie jeweils ungefähr pro Kauf / Leihe zahlen. Warum ich das schreibe? Ich hatte in den Kommentaren zu meiner Umfrage und in einigen Gesprächen, die ich danach geführt habe, das Gefühl, dass mein Entschluss dazu nicht als bewusste (und informierte getroffene) Entscheidung wahrgenommen wurde, sondern als etwas, das ich aus Faulheit oder Unwissenheit so machen möchte. Das ist nicht der Fall.

Wer vom Schreiben leben möchte – und das ist langfristig mein Ziel – kommt nicht darum herum, informierte und bewusste Entscheidungen zu treffen. Und gerade als Erotikautorin mit diesem Ziel kann ich Kindle Unlimited nicht ignorieren. Sollten die Leihen hinter meinen Erwartungen zurückbleiben, kann ich spätestens nach 90 Tagen außerdem immer noch aus dem Programm austreten und das eBook überall verfügbar machen.

Mir ist aber wichtig, dass die, die hier mitlesen, eins wissen: Ich weiß, was ich tue und habe meist sehr gute Gründe dafür.

Ich habe außerdem Pläne, Sammelbände mit Bonusmaterialien zusätzlich über Bookmundo oder ein vergleichbares Portal herauszugeben. Das werden dann edle Hardcover mit Farbseiten und zusätzlichen Texten, also für Fans.

Das wird großartig.

Aber erst einmal muss ich diese Sexszene fertig schreiben, in der Fenia gerade zwei Frauen beglückt und zeitgleich … nun, ihr seht es, wenn es so weit ist ❤