Die Katzen von Erytan

Disclaimer: Ich vermute, dass ich damit allen Plotter*innen und Leuten, die alles akribisch im Voraus festlegen, Alpträume beschere, aber es hat einen Grund, warum der Artikel „Die Katzen von Erytan“ und nicht „die Katzen von Arl Sere“ heißt. Bisher waren wir nur in Erytan. Das wird sich zwar in folgenden Bänden noch ändern, aber vorerst ist es tatsächlich so, dass ich über einen großen Teil der Welt nichts weiß. Nicht einmal, wie viele Länder / Kontinente da eigentlich drauf sind. Sehen wir dann, wenn Figuren dort hingelangen. Entsprechend … kann ich derzeit auch nur über erytanische Katzen berichten. Über die weiß ich bescheid.

Wildkatzen

Die gibt es in ganz Erytan, von den Bergwäldern an der Grenze zu Syrlain bis zu den subtropischen Wäldern rund um Sorlys. Wie ich schon oft erzählt habe, entstand das Ganze aus einem Text-RPG, welches jedoch rund 100 Jahre nach der Handlung der Romane spielt. Im Vergleich zum Roman-Erytan bietet das RP-Erytan also weniger Lebensraum für Wildkatzen, die Siedlungen sind kleiner und die zusammenhängenden Wälder somit größer.

Die Großen Waldkatzen der nördlichen Mischwälder erreichen ungefähr die Größe eines Pumas (95-195cm Länge zwischen Kopf und Rumpf), meist sind sie gelbbraun bis rotbraun gefärbt, in der Regel einfarbig. Selten sind sie zart gefleckt, nie gestreift. Ihr Fell ist dicht, sie haben vor allem in den Bergregionen einen ausgeprägten Fellwechsel.

Ihre Ohren sind klein und rund, meist werden sie fünfzehn Jahre alt. Im Sommer meist einzelgängerisch, bilden sie zum Herbst in Gruppen, in denen sie jagen, sich paaren und die Jungen aufziehen, ehe die Tiere dann getrennte Wege gehen. Sie erbeuten überwiegend Großwild – das erytanische Großren und andere Tiere. Ist das nicht verfügbar, jagen sie jedoch durchaus auch ihre kleineren Cousins, die Waldkatzen. Besonders im Grenzgebirge mit den vielen Bächen und Flüssen fangen sie auch Fische.

Zum Süden hin, in wärmeren und flacheren Gegenden, jagen sie auch Hasen, Füchse und kleine Wildpferde. Von humanoiden Wesen halten sie sich meist fern – besonders vor Orten mit einer hohen Dichte an Sonnenfalk*innen, die ihnen gefährlich werden können, ohne sich ihnen zu nähern. Sie können am Geruch leicht unterscheiden, ob das Wesen in ihrer Reichweite Feuerkräfte hat oder nicht.

Die Waldkatze ist wesentlich kleiner – ihre maximale Kopf-Rumpflänge liegt bei 110 cm (plus Schwanz, der bis zu 50% der Gesamtlänge des ganzen Tieres haben kann). Waldkatzen sind im Gegensatz zu den einzelgängerischen Großen Waldkatzen sehr gesellig. Sie leben und jagen in Gruppen von bis zu zwanzig Tieren, in Notzeiten auch einmal mehr, die von einer Leitkatze angeführt werden. Besonders die nördlich lebenden Arten haben ein ausgeprägtes Winterfell, das so plüschig ist, dass es die Katze fast doppelt so groß aussehen lässt wie im Sommer. Das hält nicht nur den Wärmeverlust in Grenzen – es sorgt auch dafür, dass Feinde eher weglaufen, statt anzugreifen, sodass die im Winter spärlicheren Ressourcen seltener für die Flucht verbraucht werden müssen.

Waldkatzen können in Gruppen durchaus auch Tiere erlegen, die wesentlich größer sind als sie selbst. Von einem entsprechend großen Ren kann eine Gruppe eine Weile leben. Bei der Jagd fungiert in der Regel ein Teil der Gruppe als „Hetzgruppe“, während ein größerer Teil der Gruppe das Beutetier in Empfang nimmt und festhält.

Die Große Mau lebt vor allem in den Wäldern nahe der Hauptstadt und an der sonnigen Westküste von Erytan. Ihr Fell ist kurz und oftmals gepunktet, seltener gestreift. In den Bergen ist sie selten anzutreffen, sie bevorzugt sonnige Mischwälder und die Möglichkeit, zu fischen. So sind Fische und an Flüssen und Meeren lebende Tiere ihre bevorzugte Beute – sie ist eine geschickte Anglerin und schlägt blitzschnell zu. Humanoide Wesen ignoriert sie meist – außer sie wird von ihnen angegriffen. Diese Katze lebt in Kleingruppen, bestehend aus einem Elternpaar und deren Kindern, die zwei bis drei Jahre aufgezogen werden, ehe sie sich ein eigenes Revier suchen.

Weitere wilde Katzen, vor allem kleinere Katzenarten, könnte es geben – sie sind aber bisher nicht vorgekommen.

Hauskatzen

Funktion

Erytan steht an einer Stelle, an der Tiere noch überwiegend funktional gedacht werden. Selten werden sie ausschließlich als Gefährt*innen und Freund*innen angeschafft, zumindest ein Teilaspekt ist immer auch der Nutzen.

Katzen finden sich oft im Umfeld von Küchen und Vorratskammern, von denen sie Tiere fernhalten, die die Vorräte verderben würden. Namentlich Mäuse, Ratten und im Süden auch einige größere Insektenarten.

Allerdings  bemerkten die Erytaner*innen schon sehr früh die soziale, quirlige und neugierige Natur ihrer nützlichen Kätzchen und so führen die meisten Katzen ein Doppelleben – sowohl als Bekämpfer*innen von Schädlingen rund ums Haus als auch als verspieltes Schoßtier.

Aussehen

Die größte Besonderheit erytanischer Hauskatzen im Vergleich zu denen aus unserer Welt ist wohl ihre Körpergröße. Die Kätzchen werden in der Regel so groß, dass sie auf einer ausgestreckten mittelgroßen Hand sitzen können. (Zum Vergleich: Meine Hand ist etwa 10cm breit – ohne Daumen – und ca. 17 cm lang). Also … sie sind wirklich, wirklich winzig. Auch wenn sie ausgewachsen sind.

Ihr könnt daraus ungefähr ableiten, wie groß die Mäuse sind, die sie jagen. Ja genau. So klein.

Es handelt sich allerdings nicht um eine Qualzucht, sondern um die Vermehrung einer Katzenart, die vor einigen Jahrhunderten aus einem südlicheren Land importiert wurde und sich im Laufe der Zeit immer größerer Beliebtheit erfreute, sodass sich die kleinen Kätzchen bald über das ganze Land verbreiteten. (So kleine Katzen gibt es auch bei uns – siehe z.B. dieses wunderschöne Tier)

Je nach Gegend haben sich verschiedene Zuchtformen entwickelt – so ist die „Bergkatze“ genannte Variante gedrungener und flauschiger, hat einen sehr ausgeprägten Wechsel zwischen Sommer- und Winterfell und kleine, runde, flauschig bepelzte Öhrchen. Diese Katzen sind oft grau, braun oder rot, oft gestreift. Seltener einfarbig oder gefleckt und müssen regelmäßig gekämmt werden. Einige … mögen das so überhaupt nicht, hüpfen dafür aber zu ihren Besitzer*innen mit unter die Duschen. Sie sind etwas größer und schwerer als die südlicheren Varianten, die Augen bei den grauen Katzen auch mal blau, oft eher bernsteinfarben und gelbgrün. Ihre Nasen sind oft dunkel. Die „Sorlyser Kurzhaar“ dagegen findet sich in der Hauptstadt und im Flussdeltabereich um die Hauptstadt herum, außerdem in den wärmeren westlichen Gebieten. Diese haben kürzeres Fell, einen wesentlich schwächeren Fellwechsel und größere, dreieckige und meist aufgestellte Ohren. Sie können auch einfarbig oder gefleckt sein, ihre Nasen sind meist rosig.

Dazwischen gibt es jedoch unzählige Varianten – jede Katze sieht anders aus.

Fortpflanzung und Verhalten

Die Kätzchen sind etwa mit 18 Monaten fortpflanzungsfähig, allerdings sind sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgewachsen – das Wachstum ist meist erst im dritten Lebensjahr abgeschlossen.

Ein Wurf beinhaltet meist zwei bis vier Kätzchen, Einzelkinder sind ebenso selten wie Würfe mit mehr Tieren. Bei der Geburt sind die Kleinen so winzig, dass sich der gesamte Wurf mühelos in einer Hand verstecken ließe. Sie sind weitestgehend hilflos und auf die Versorgung durch die Elterntiere angewiesen. Sie werden oft auch dann noch gesäugt, wenn sie bereits Zähnchen haben, allerdings mit der Zeit immer weniger.

Hauskatzen gelten als sehr sozial und intelligent – die meisten Kätzchen „erzählen“ gern und viel. Sie reagieren, wenn auf ihr Erzählen geantwortet wird und lassen sich meist vergleichsweise einfach vergesellschaften.

Üblicherweise werden Katzen nach dem ersten Wurf sterilisiert, da schwer vorherzusehen ist, wann sie das erste Mal rollig werden – und weil sie so klein und wuselig sind, ist es außerdem schwer, sie dafür zu fassen zu bekommen.

Sie werden ausgesprochen selten allein gehalten – Ausnahmen sind ausschließlich Handaufzuchten, die sich mit anderen Katzen nicht verstehen und darum ausnahmsweise alleine in einem Haushalt wohnen. Meist werden sie jedoch vergesellschaftet. In der Regel sind Katzen aber sehr sozial und Familien mit Katzen haben eher mehrere. In Gruppen können die Kleinen auch Ratten erlegen, die so groß wie sie selbst sind – oder auch mal größer.

Wenn sie nicht gerade mit ihrer Hauptaufgabe beschäftigt sind, schmusen sie aktiv und gerne mit ihren Bezugspersonen, lassen sich kraulen und schnurren dafür, wie klein und zart sie sind, sehr vernehmlich.

Pflege, Umgang und Futter

Hauskätzchen müssen für ihre eigene Gesundheit gebürstet werden, besonders während der Fellwechselphasen. Außerdem sollten regelmäßig die Zähne angeschaut werden. Es gibt Läden für Tierbedarf, in denen ein großes Angebot an Bettchen, Spielzeug und Pflegemitteln vorhanden ist, allerdings ist das recht teuer, Fabriken sind weitestgehend unbekannt und alles wird per Hand gefertigt. Katzenbesitzer*innen aus ärmeren Teilen der Gesellschaft fertigen ihre Haustierutensilien daher in der Regel selbst an.

Erytan kennt das Konzept „Tierärzt*innen“ – die Tiermedizin ist auf einem hohen Stand und sofern sich die Kätzchen keine unheilbare Krankheit einfangen, können sie trotz ihrer geringen Größe dreißig Jahre und älter werden, wenn sie medizinisch gut betreut werden.

Separates Katzenfutter gibt es allerdings nicht – neben dem Fangen von Mäusen und anderen Tierchen, die in der Speisekammer Schaden anrichten können, bekommen Katzen unverarbeiteten Fisch oder Fleisch, außerdem Wasser zu trinken. Für das Zahnfleisch und die Zähne, zum neuen Jahr oder als besondere Nascherei und Belohnung gibt es jedoch Rezepte für Katzenkekse – besonders schonend zubereitetes Gebäck, das in kleinen Mengen zugefüttert werden kann, jedoch nicht die Hauptnahrungsquelle darstellt.

Für Katzen wohltuende Kräuter und die Rezepte für die Kekse können jedoch käuflich erworben werden, ebenso gibt es in den Praxen die Möglichkeit, Rezepte für besondere Schonkost oder andere Sondernahrung für Kätzchen zu erhalten – diese muss daheim hergestellt werden.

Abschluss

Ich hoffe, der Exkurs über Katzen in Erytan war spannend und ich habe nichts vergessen … Zögert nicht, mir einen Kommentar zu schreiben und nach Details zu fragen (ich habe ganz sicher etwas vergessen, oder?)

Autor: June T. Michael

June Thalia lebt mit rheir Partnerperson und leider ohne eigene Katze irgendwo in Österreich und macht beruflich was mit Texten. Und Bildern. Daher macht rhei auch rheir Bücher und die Grafiken dazu alle selbst.

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